NewsChatGPT

Was sind GPTs?

Ein Einblick in OpenAIs neueste KI-Innovation

Michael Niedermayr
Dr. Michael Niedermayr
20.11.2023
GPTs von OpenAI: Die personalisierten Chatbots.
GPTs von OpenAI: Die personalisierten Chatbots.

Was ist ChatGPT?

Am 6. November 2023 hat OpenAI auf ihrer Entwicklerkonferenz eine spannende Innovation vorgestellt: die sogenannten GPTs (GPT steht übrigens für Generative Pre-Trained Transformer und bezeichnet die KI-Technologie, die hier verwendet wird). Diese GPTs stellen eine Weiterentwicklung des bekannten Chatbots ChatGPT dar, unterscheiden sich jedoch in einem entscheidenden Punkt – sie sind vollständig personalisierbar. Mit einigen einfachen Eingaben lässt sich so ein persönlicher Assistent erstellen. GPTs sind vielseitig einsetzbar: Sie können auf das Internet zugreifen, Dokumente auswerten, Bilder erstellen und über spezielle Schnittstellen sogar auf externe Programme zugreifen, wie zum Beispiel auf einen E-Mail-Client oder eine Kalender-App. In diesem Beitrag betrachten wir, wie man ein solches maßgeschneidertes GPT erstellt.

Wie erstelle ich ein GPT?

Das Kreieren eines eigenen GPT ist überraschend einfach. Es sind keine Programmierkenntnisse erforderlich. Man benötigt allerdings ein ChatGPT Plus-Abo (20 USD / Monat). Über die ChatGPT-Konsole startet man den Erstellungsprozess. In einem Chat-Gespräch beschreibt man die Aufgaben und die Funktionsweise des neuen GPT.

Nehmen wir an, wir möchten einen Assistenten bauen, der uns hilft, die besten österreichischen Skigebiete für den kommenden Winter zu finden. In groben Zügen beschreiben wir die Ausrichtung des Assistenten (Abbildung 1). ChatGPT schlägt uns einen Namen für den Assistenten vor – in unserem Beispiel "Austrian Ski Explorer" – und erstellt sogar ein passendes Logo (Abbildung 2). Selbstverständlich können wir beides jederzeit ändern.

Neues GPT erstellen
Abbildung 1: GPT-Erstellung: In einfachen Sätzen wird die Ausrichtung des neuen GPT beschrieben.
Name und Logo des neuen GPT
Abbildung 2: Name und Logo des neuen GPT wird von ChatGPT vorgeschlagen.

Im weiteren Verlauf des Prozesses stellt uns ChatGPT verschiedene Fragen, die helfen, die Funktionsweise des Assistenten besser zu definieren – zum Beispiel, worauf der Ski Explorer besonders achten und welchen Ton er im Chat anschlagen soll. Wir können während der Erstellung auch Dokumente hochladen, die der Assistent verwenden kann. Für den Austrian Ski Explorer habe ich eine Liste mit allen Skigebieten Österreichs angefügt, die ich zuvor von Wikipedia heruntergeladen habe. Diese Liste dient dem Ski Explorer als Ausgangsbasis. Nachdem wir alles gespeichert haben, können wir schon mit unserem maßgeschneiderten GPT-Assistenten loslegen (Abbildung 3). Wir können unseren Assistenten übrigens auch anderen Usern zugänglich machen, wenn wir beim Speichern die entsprechende Einstellung auswählen.

Austrian Ski Explorer im Einsatz
Abbildung 3: Unser neues GPT – der Austrian Ski Explorer – im Einsatz.

Der GPT-Store

OpenAI arbeitet gerade an einem GPT-Store, der in den kommenden Wochen verfügbar sein wird. Über diesen Store kann man die öffentlichen GPTs anderer User suchen und verwenden. Eine erste Auswahl an GPTs ist bereits jetzt im Menüpunkt Explore verfügbar (Abbildung 4). Ein witziges Beispiel ist der Laundry Buddy, ein Assistent, der nützliche Tipps rund um das Thema Wäschewaschen bietet (Abbildung 5).

Ausgewählte GPTs
Abbildung 4: Eine Auswahl von öffentlich verfügbaren GPTs.
Laundry Buddy im Einsatz
Abbildung 5: Laundry Buddy im Einsatz: GPT gibt Tipps zum Thema Wäschewaschen.

Datenschutz bei GPTs

Datenschutz spielt eine zentrale Rolle bei der Verwendung von GPTs von OpenAI, vor allem wenn es um den Umgang mit beruflichen oder sensiblen Daten geht. OpenAI teilt grundsätzlich keine Chatverläufe mit Drittanbietern. Das bedeutet, dass auch die Ersteller öffentlicher GPTs keinen Zugriff auf die Chat-Protokolle haben.

ACHTUNG: OpenAI behält sich jedoch vor, alle Interaktionen mit GPTs zur Verbesserung seiner KI-Modelle zu nutzen. Daher ist es ratsam, keine vertraulichen Informationen in den Chats zu teilen.

Für Geschäftskunden entwickelt OpenAI gerade eine spezielle Business-Lösung. Diese wird vermutlich teurer sein, als das reguläre ChatGPT Plus-Abo, bietet dafür aber einen DSGVO-konformen Datenschutz. Für größere Organisationen steht schon jetzt eine Enterprise-Lösung zur Verfügung, die strengere Datenschutzmaßnahmen verspricht. Diese Option ist allerdings momentan nur ausgewählten Großunternehmen vorbehalten.

Fazit und Zukunftsaussichten

Die GPT-Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, aber die Möglichkeiten sind bereits jetzt beeindruckend. Mit den GPTs von OpenAI wird es für jeden möglich, unabhängig von technischen Vorkenntnissen, einen individuell zugeschnittenen Assistenten zu erschaffen. Diese Assistenten können uns im Alltag, sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld, unterstützen und entlasten. Sie bieten nicht nur die Chance, unsere Produktivität zu erhöhen, sondern eröffnen auch ganz neue Wege, unsere Kreativität zu entfalten und zu nutzen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Technologie weiterentwickeln wird.

× Zoom